DIE VERTREIBUNG DES GEISTES
CUT – eine dreifache Collage von Daniel Ritter
Eine Veranstaltung zur Reichspogromnacht am 9. und 10. November
Lyrik aus Czernowitz – Tango-, Blues- und Zwölftonimprovisationen – Texte von
Robert Schindel – Dokumente zu David Frankfurters Attentat auf den Gauleiter
Gustloff
Musik: Iris Gerber
Textlesung: Cécile Cordon und Robert Schindel
Donnerstag, 9. November 2006, 21 Uhr
Freitag, 10. November 2006, 19 Uhr
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David Frankfurter, Sohn des Oberrabiners Dr. Mosche (Moritz) Frankfurter, studierte ab 1929 Medizin in Wien, Leipzig, Frankfurt am Main, ab 1933 in Bern. Bekannt wurde er durch das Attentat auf auf den Schweizer NSDAP-Landesgruppenleiter Wilhelm Gustloff, den er am 4. Februar 1936 in Davos aus Protest gegen den Antisemitismus der Nationalsozialisten erschoss. Er stellte sich daraufhin freiwillig der Polizei. Die Nazis antworteten mit antijüdischer Propaganda und Verbalattacken auf die Schweiz und erhoben Gustloff zu ihrem Märtyrer. Nach dem Einmarsch der Nazis in Jugoslawien wurde Davids Vater Moritz Frankfurter am 6. April 1941 von der SS gefangen genommen und öffentlich gefoltert, ein Beispiel für Sippenhaftung.
Für sein Attentat wurde David Frankfurter unter grosser Anteilnahme der internationalen Öffentlichkeit am 14. Dezember 1936 von einem Gericht in Chur zu 18 Jahren Gefängnis verurteilt, von denen er neun absaß, bis er am 1. Juni 1945 begnadigt und aus der Schweiz ausgewiesen wurde. Er wanderte ins damalige britische Mandatsgebiet Palästina nach Tel Aviv aus. In Israel wurde er Beamter im Verteidigungsministerium. 1969 nahm der Grosse Rat (Regierungsbehörde) des Kantons Graubünden das Einreiseverbot zurück.
